Ein Flugsimulator ist jedem ein Begriff. Luftfahrt-Enthusiasten verbringen Stunden vor dem heimischen Computer mit entsprechender Software um einen Hauch “Aviation Feeling” zu bekommen. Für Piloten sind Flugsimulatoren sehr wichtig, da sie darin ihre Fähigkeiten risikolos trainieren können und sich somit auf verschiedene Flugszenarien vorbereiten können.
Flugsimulatoren werden in der Regel nur für das Training von Piloten verwendet, so z.B. in Flugschulen. Doch es gibt auch Unternehmen, die sich auf Flug-Simulation als Event für Luftfahrt-Fans spezialisiert haben. Ganz unten stellen wir einige Simulator-Anbieter vor.

Es gibt zwei Hauptarten von Flugsimulatoren: Fixed Base und Full-Flight
Was ist ein Fixed Base-Simulator?
Ein Fixed-Base-Flugsimulator ist wie der englische Name sagt, ein Simulator, der fest mit dem Boden verankert ist. Er ist nicht beweglich.
Was ist ein Full-Flight-Simulator?
Ein Full-Flight Simulator ist ein Simulator der auf sogenannten “Stelzen” steht. Mithilfe von Hydraulik wird die Kabine bewegt um so relitätsgetreu wie möglich den echten Flug zu simulieren.
Sowohl Fixed-Base als auch Full-Flight Simulatoren sind entscheidend für die Sicherheit und Effizienz im Luftverkehr und spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Piloten, sondern auch darüber hinaus. Weiter unten hegen wir genauer auf die einzelnen Typen ein.
Chair-Flying: Der Simulator an der Wand oder im Kopf
Oft wird im Vorfeld an ein richtiges Simulator-Training, sogenanntes „Chair Flying“, betrieben. Hier sitzt der Pilot auf einem Stuhl „Chair“ vor einem Poster des Cockpits und geht gedanklich alle Abläufe im Kopf durch. Mentales Training ist hier nicht zu unterschätzen. Wenn der Pilot kein Poster seines Flugzeugmusters zur Verfügung hat, kann er die Vorgänge auch bei geschlossenen Augen im Kopf durchgehen – so tun es oft Privatpiloten oder Kunstflugpiloten.
Flugsimulator für zu Hause
MFS Microsoft Flugsimulator
„DER“ Flugsimulator schlechthin ist der MFS Flugsimulator von Microsoft. Jahrzehntelang quälte Luftfahrtenthusiasten die eine Frage: Microsoft Flight Simulator oder doch X-Plane von Laminar Research.
Die Voraussetzung für Computer-Flugsimulatoren sind ähnlich: Der PC braucht reichlich Arbeitsspeicher, der Monitor eine gute Auflösung und eine auf das „Spiel“ abgestimmte Grafikkarte. Auch Prozessoren spielen hier eine große Rolle und natürlich das Equipment für das volle Flugerlebnis daheim. Hersteller von Simulator-Hardware lassen jedes Pilotenherz höher schlagen durch ihre große Auswahl an Zusatzequipment für heimische Flugsimulatoren. Egal ob Steuerhorn, Schubhebel oder die Ruder-Pedale. An fast alles ist gedacht und mit solchem Equipment macht das Fliegen auch daheim noch viel mehr Spaß.
Was kostet ein Flugsimulator für Zuhause?
Die Kosten für einen Home‑Flugsimulator hängen stark davon ab, wie realistisch dein Setup sein soll und wie groß dein Budget ist. In Deutschland gibt es drei typische Varianten, die sich preislich und vom Platzbedarf unterscheiden. Hier stellen wir dir die drei wichtigsten Szenarien vor. Vom einfachen Schreibtisch‑Simulator über die VR‑Brille bis hin zum professionellen Home‑Cockpit für ambitionierte Pilotinnen und Piloten:
VR‑Brillen-Flugsimulator: Maximale Immersion ohne Platzbedarf
Wenn du wenig Platz hast, aber trotzdem „im Cockpit sitzen“ willst, ist VR die beste Lösung. Du setzt die Brille auf und stehst plötzlich im 3D‑Cockpit, kannst dich umsehen, Instrumente ablesen und sogar Helikopter realistisch fliegen.
VR im Flugsimulator bedeutet: Du setzt die Brille auf, und du sitzt buchstäblich im Cockpit. Du kannst den Kopf drehen und die Instrumente seitlich ablesen, nach oben schauen und die Sterne sehen, oder geradeaus auf die Landebahn blicken, genau wie in einem echten Flugzeug. Die Tiefenwirkung macht besonders Landeanflüge und Hubschrauberflüge zu einem vollkommen neuen Erlebnis.
Warum VR Brille?
- Du brauchst keinen großen Aufbau.
- Du siehst das Cockpit in echter Größe.
- Du bekommst ein extrem realistisches Raumgefühl.
- Perfekt für Helikopter, VFR‑Flüge und Airliner‑Cockpits.
Empfehlung:
Die Pimax Crystal Super hat eine Auflösung von 3.840 × 3.840 Pixel pro Auge. Sie eignet sich sehr gut zum Fliegen und liefert ein gestochen scharfes Bild der Instrumente.
- Pimax Crystal Super – High‑End VR‑Brille mit extrem hoher Auflösung
Für wen ist dieses Setup?
Für alle, die wenig Platz, aber maximale Immersion wollen. Ideal für:
- Helikopterpiloten
- VFR‑Fansgenerell
- Airliner‑Cockpit‑Feeling ohne Hardware‑Aufbau
Schreibtisch‑Simulator: Dein Einstieg ins Home‑Cockpit
Ein Schreibtisch‑Simulator ist die einfachste und günstigste Möglichkeit, zu Hause realistisch zu fliegen. Alles, was du brauchst, ist dein PC oder Laptop und ein paar Hardware‑Komponenten, die das echte Fluggefühl nachbilden. Perfekt für Einsteiger, Schülerpiloten oder alle, die einfach mal „richtig“ fliegen wollen.
Du installierst eine Flugsimulator-Software (z. B. Microsoft Flight Simulator 2024 oder X-Plane 12) auf deinem PC und schließt die Hardware (sieeh unten) per USB an. Das war’s. Alle modernen Simulatoren erkennen die Geräte automatisch. Wichtig: Du brauchst keinen Spezialcomputer. Ein normaler Gaming-PC mit einer aktuellen Grafikkarte reicht für den Einstieg vollkommen aus. Die Hardware-Geräte werden einfach eingesteckt
Was brauche ich? (Einfach erklärt)
- Gaming-PC mit einer aktuellen Grafikkarte
- Flugsimulator Software: z. B. Microsoft Flight Simulator 2024 oder X-Plane 12 | Beide ideal für Einsteiger, riesige Auswahl an Flugzeugen und Strecken weltweit.
- Steuerhorn (Yoke) oder Joystick: damit steuerst du das Flugzeug wie im echten Cockpit. Ein Yoke sieht aus wie das Steuerhorn. Ein Sidestick ist kompakter und wird einhändig bedient (Airbus-Stil).
- Schubregler (Throttle): für Leistung, Propeller, Schub. Damit regelst du die Motorleistung. Macht das Fliegen deutlich realistischer als Tastaturbefehle.
- Ruderpedale: für Seitenruder und Bremsen. Für präzise Landeanflüge und koordinierte Kurven. Für den Einstieg optional, für realistisches Fliegen aber sehr empfehlenswert.
- Optional Avionics‑Displays: wenn du echte Knöpfe und Bildschirme statt Maus & Tastatur willst.
Empfehlungen für Hardware:
Ein einfaches Setup für Einsteiger besteht aus den Honeycomb Alpha Flight Controls oder dem Thrustmaster TCA Sidestick X Airbus Edition. Als Throttle eignet sich Honeycomb Bravo Throttle Quadrant, denn dieser lässt sich beliebig umbauen. Für die Pedale gibt es die Thrustmaster T‑Flight Rudder Pedals oder Honeycomb Charlie Rudder Pedals. Wer die Avionik zudem gerne physisch bedienen möchte, der greift am besten zu RealSimGear G1000, GNS430, GNS530, GTN650 oder GTN750.
- Honeycomb Alpha Flight Controls: realistisches Steuerhorn für GA & Airliner
- Thrustmaster TCA Sidestick X Airbus Edition: ideal für Airbus‑Fans
- Honeycomb Bravo Throttle Quadrant: extrem flexibel (an Werk) für Einmot, Zweimot & Airliner
- Honeycomb Charlie Pedals: robuste Ruderpedale
- Physische Avionik: RealSimGear G1000, GNS430, GNS530, GTN650, GTN750, etc.
Für wen ist dieses Setup?
Für alle, die am Schreibtisch fliegen wollen, ohne Umbau, ohne großen Platzbedarf, aber mit echtem Cockpit‑Feeling.
Home‑Simulator: Das professionelle Cockpit für zu Hause
Das ist die Königsklasse: Ein echtes Home‑Cockpit, das du dir wie ein kleines Flugzeug‑Cockpit in dein Büro oder Hobbyraum stellst. Hier fliegst du nicht mehr „am PC“, sondern sitzt in einem echten Panel, mit echten Knöpfen, echten Displays und echten Systemen. Manche dieser Setups sind als Aviation Training Devices (ATD) anerkannt, das bedeutet: Flugstunden darauf, können für die Lizenz angerechnet werden. Dies sollte aber direkt beim Hersteller expilzit erfragt werden.
Was brauchst du?
Mindestens 2 × 2 m Platz, einen leistungsstarken PC und Geduld beim Aufbau. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Richtungen: Kleinflugzeuge (General Aviation) wie Cessna, Piper oder Cirrus, oder Airliner-Cockpits für Boeing und Airbus.
Was bedeutet Home‑Simulator?
- Du baust dir ein GA‑Cockpit (z. B. Cessna, Piper, Diamond, Cirrus)
- oder ein Airliner‑Cockpit (z. B. Boeing 737, Airbus A320)
- mit echten Avionics, echten Panels, echten Yokes, echten Pedalen
- teilweise sogar AATD/BATD‑zertifiziert (für echtes Training)
Empfehlungen:
General Aviation‑Homecockpit (z. B. Cessna, Cirrus, Piper oder Diamond)
- RealSimGear G1000 / GNS / GTN‑Serie
- RealSimGear Cirrus Flight Sim Packages
Viele dieser Pakete sind als AATD oder BATD (Aviation Training Device) behördlich zugelassen, das heißt, du kannst damit echte Flugstunden für deine Lizenz loggen.
Airliner‑Homecockpit (z. B. Boeing 737)
- Cockpit Simulator MCP/EFIS/CDU
- RAVO Flight Systems 737 Overhead Panel
- AGRONN Yokes & Pedals
Ein Airliner-Home-Simulator ist ein längeres Projekt: man beginnt meist mit einem zentralen Gerät (z. B. MCP oder EFIS-Panel) und erweitert das Setup Schritt für Schritt über Monate oder Jahre. Das Ergebnis ist ein Setup, das einem echten Flugsimulator auf Linienniveau erschreckend nahekommt.
Für wen ist dieses Setup?
Für ambitionierte Sim‑Piloten, Flugschüler, Vereine oder Profis, die ein realistisches Trainingsumfeld zu Hause wollen.
Fixed-Base-Flugsimulator
Ein Fixed Base (feststehender) Simulator bietet eine realistische Cockpit-Umgebung. Klassisch steht ein künstliches Cockpit in einem klimatisierten Raum, umgeben von einer abgerundeten Leinwand. Das Cockpit enthält alle wichtigen Schalter, Hebel und Steuerelemente sowie sämtliche Instrumente, getreu eines echten Flugzeuges. Fixed Base Simulatoren haben allerdings keine Bewegungsfunktion. Sie werden für grundlegende Trainingszwecke verwendet, aber auch gern für Events mit “nicht-Piloten”.
Fixed Base Simulatoren gibt es von bis: Vom kleinen einmotorigen Tiefdecker Piper PA28 über etwas größere zweimotorige Flugzeuge über Business Jets bis hin zum Airliner. Ein bekannter und beliebter Flugsimulator-Hersteller ist die Firma ELITE. Die Software der ELITE-Simulatoren kann für daheim erworben werden um sich dort auf die Flugsimulator-Session in der Flugschule vorzubereiten. Dadurch kann viel Zeit und Geld gespart werden, wenn das Training auch daheim gefestigt wird.
Berufspiloten, die nach der Ausbildung nicht sofort eine Anstellung bei einer Airline bekommen, überbrücken die Zeit gerne indem Sie für Flugsimulator-Firmen als Einweiser arbeiten, bei denen diese Flugstunden im Simulator auch für Sie als Training anerkannt werden können. Dabei gilt es natürlich gewisse Voraussetzungen zu erfüllen.
Wer nutzt Fixed Base Simulatoren?
Event-Firmen für jedermann, Flugschüler, Berufspiloten
Viele Flugschulen bieten Ihre Fixed Base Flugsimulatoren auch für Fluginteressierte im Rahmen einer Schnupper-Flugstunde an. Weitere Anbieter finden sich ganz unten auf dieser Seite. (Bitte nach unten scrollen)
Einblick in eine Flug-Notfall-Simulation:
Fixed Base Piper PA28 Arrow IV:
Motorbrand im Instrumentenflug (ohne Sicht nach draußen) mit Rauchentwicklung im Cockpit:
Full-Flight-Flugsimulator
Full Flight Simulatoren sind im Vergleich zum Fixed Base Simulator eine vollständige Nachbildung eines echten Flugzeugs mit Bewegungsfunktionen. Hierbei steht die gesamte Flugzeugkabine auf „Stelzen“ frei im Raum.
Die Bewegungen erfolgen dabei natürlich in einem gewissen Rahmen. Die Stelzen passen die Kabine dabei durch Hydraulik dem geflogenen Flugzustand an, den der Pilot im Inneren mit seiner Bedienung erzeugt. Da Full Flight Simulator-Kabinen der Beweglichkeit halber mehrere Meter in der Höhe aufgebaut sind, ist eine Treppe/Brücke erforderlich um ins Innere zu gelangen.
Die Kabine ist ein verschlossener kleiner Raum mit integrierten Monitoren, was einen Aufbau von Leinwänden um den Simulator erspart. Ein realistisches und vollwertiges Flugerlebnis ist damit auch in der Bewegung sichergestellt.
Der Einsatzzweck
Full Flight Simulatoren werden hauptsächlich für fortgeschrittene Trainings und zur Simulation komplexer Flugsituationen verwendet. Verkehrspiloten werden ein bis zweimal pro Jahr von Ihrem Arbeitgeber dazu angewiesen gewisse Trainings zu absolvieren. Hier wird ein bestimmtes Augenmerk auf Notfall-Situationen gelegt. Dank der Bewegung lernen die Piloten hier auch, wie sich das Flugzeug in ungewohnten Flugzuständen und im Notfall anfühlt.
Bei diesen “Checkflügen” müssen Verkehrspiloten ihr Können regelmäßig vor Prüfern unter Beweis stellen. Hier kann dem ein oder anderen auch schlecht werden, wer solch einen Simulator zum Spaß als Event besucht. Einem Berufspiloten oder Flugschüler darf das nicht passieren. Tut es auch in der Regel nicht, denn Piloten gewöhnen sich mit der Zeit an Turbulenzen und diverse Flugzustände.
Was Kostet ein Flug im Flugsimulator?
Ein Full Flight Simulator kostet zwischen 500 und 1000 € pro Stunde, da diese Art von Simulator nicht nur einen hohen Energieverbrauch aufweist, sondern aufgrund der Sicherheit in der Höhe auch eine besondere Wartung und regelmäßige technische Überprüfungen erfordert. Auch die Technologie an sich hat ihren Preis. Full Flight Simulatoren gibt es für Verkehrsflugzeuge, Kampfflugzeuge der Bundeswehr, aber auch für Hubschrauber.
Einzelne Firmen bieten Full Flight Simulatoren für Kleinflugzeuge an, diese sind aber eher selten und werden oft nur für Events oder Messen verwendet.
Wer nutzt Full Flight Simulatoren: Hauptsächlich Flugschüler und Berufspiloten
Einige Flugschulen bieten Ihre Full Flight Flugsimulatoren auch für Fluginteressierte im Rahmen einer Schnupper-Flugstunde an.
Flugsimulatoren = Fliegen in der Zukunft?
Flugsimulatoren sind seit vielen Jahren beliebt und stetig in Ihrer Form und den Möglichkeiten zu trainieren gewachsen. Auch am unbemannten Cockpit wird immer weiter geforscht. Bleibt somit abzuwarten, ob wir in ferner Zukunft auch Verkehrspiloten per Virtual-Reality im Homeoffice begrüßen dürfen.
Flugsimulator-Verzeichnis Deutschland
Wo findet man nun einen Simulator? Grundsätzlich bei vielen Flugschulen.
Des Weiteren arbeiten wir grade an einer Übersicht der Flugsimulatoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz:



