Der Weg zur Verkehrspilotenlizenz (ATPL) führt über drei Etappen:

1. Privatpilotenlizenz (Private Pilot Licence – PPL), umgangssprachlich „Flugschein“

Foto von deutschlands bekanntester Luftfahrt-Influencerin auf Instagram: Pilot Linda (Linda Kotzur) im Cockpit.Der erste Schritt ist der Erwerb der Privat Piloten Lizenz, die erste der Pilotenlizenzen auf dem weg zur ATPL. Hiermit erwirbt der Flugschüler die Berechtigung zum „Fliegen am Tag“ zu ausschließlich privaten Zwecken. Umgangssprachlich nennt man die PPL-A auch Flugschein, Pilotenschein oder Flugzeug-Führerschein. Eine gewerbliche Nutzung der Flüge ist nicht zulässig.

Kosten sparen beim „hour-building“ nach der PPL Ausbildung

Man darf die entstandenen Flugkosten durch alle Flugzeuginsassen laminar aufteilen. Das ist besonders wichtig, um Kosten zu sparen. Denn es ist nötig, gewisse Flug-Stundenanzahl mit der PPL zu sammeln, um weitere Ausbildungen in Richtung Berufspilotantreten zu dürfen. Die Privatpilotenlizenz kann sowohl für Motorflugzeuge (PPL-A), für Hubschrauber (PPL -H) oder für das Fahren von Ballonen (PPL-B) abgelegt werden.

Voraussetzung für die PPL

Grundvoraussetzungen für den Erwerb der Lizenz sind :

  • ein Mindestalter von 17 Jahren bei Lizenzerwerb,
  • eine ärztliche Bescheinigung über die Flugtauglichkeit (Medical Class 2),
  • eine Ausbildung in Sofortmaßnahmen am Unfallort (Erste Hilfe Kurs)
  • ein einwandfreier Auszug vom Kraftfahrt-Bundesamt
  • eine ZÜP (Zuverlässigkeits-Überprüfung) und
  • eine gründliche Ausbildung in Theorie und Praxis.

Theoretische Lerninhalte „Fächer“ der Flugausbildung sind neun Stück an der Zahl:

  • Luftrecht,
  • PPL Metereologie,
  • Navigation,
  • Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse (Technik),
  • Flugleistung und Flugplanung,
  • Grundlagen des Fliegens,
  • Betriebliche Verfahren (inkl. Verhalten in besonderen Fällen),
  • Kommunikation und
  • Menschliches Leistungsvermögen.

Außerdem erfolgt eine theoretische Ausbildung und Prüfung in Flugfunk (PPL Sprechfunkzeugnis). Mit als erstes sollte hierfür das NATO-Aplhabet oder ICAO-Alphabet gelernt werden. In der Luftfahrt werden Wörter immer hiermit buchstabiert. Dabei steht A für Alpha, B für Bravo, C für Charlie …etc.

Erweiterungen der PPL:

Nachtflug, Instrumentenflug und Kunstflug (um einmal drei zu nennen) können nach der PPL einzeln erworben werden. Die PPL kann an den allermeisten Flugschulen absolviert werden. Flug-Vereine (z.B. LSC, LSV) bieten auch eine PPL-A Ausbildung an, diese ist oft deutlich kostengünstiger. Jedoch empfiehlt es sich, bei dem Ziel, Berufspilot zu werden, gleich an eine Flugschule zu gehen, die den Schüler von Anfang an auf dem kompletten Weg begleiten kann.

Einblick in die private Hobby-Fliegerei

Einen Einblick in die rein private Fliegerei, kann man bei Luftfahrt-Influencerin Pilot.Linda erhaschen. Linda teilt mit ihrer Instagram-Community alles rund um das Thema „Privatpilot“ und gibt spannende Einblicke in die general aviation (die private Luftfahrt). Ihre wertvollen Tipps und Tricks zur Fliegerei sind auch für angehende Berufspiloten sehr hilfreich. Sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass es mittlerweile immer beliebter wird, als Frau in der Luftfahrt Pilotin zu werden. An Ihrer Base Bonn Hangelar haben vergleichsweise sogar sehr viele Damen einen Flugschein.

2. Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot Licence – CPL)

Ausblick aus dem Cockpit eines Airbus A319 auf den Flughafen Salzburg Wer gewerbsmäßige Flüge durchführen möchte, benötigt die Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot Licence (CPL)). Die Berufspilotenlizenz erlaubt das Führen von Flugzeugen zu gewerblichen Zwecken, die für einen einzelnen Piloten zugelassen sind (Single Pilot). Dies trifft auf die meisten ein und zweimotorigen propellergetriebenen, sowie auch düsengetriebenen Flugzeuge unterhalb einer maximalen Abflugmasse von 12,5t zu. Hiermit können zum Beispiel bezahlte Rundflüge, Geschäftsflüge oder Cargoflüge durchgeführt werden.

Die erste kommerzielle Flug-Lizenz

Im Gegensatz zur Privatpilotenlizenz wird für die CPL-Ausbildung, also für die erste richtige Berufspilotenlizenz bereits eine medizinische Tauglichkeit Klasse I und ein englisches Funksprechzeugnis verlangt. Außerdem 200 Flugstunden als Pilot auf Motorflugzeugen und eine zusätzliche theoretische Ausbildung. Zur Berufspilotenlizenz erwirbt man sinnvollerweise direkt eine Instrumentenflugberechtigung. Diese ermöglicht es, Flüge auch bei Nacht und schlechten Sichtverhältnissen durchzuführen.

3. Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot Licence – ATPL)

Viele Piloten sehen ihren Job als Die letzte Stufe der Pilotenausbildung ist die Linienverkehrspilotenlizenz (ATPL (A)). Diese befähigt Piloten uneingeschränkt als Verkehrsflugzeugführer bei Fluggesellschaften tätig zu werden. Mit dieser Pilotenlizenz können alle Großflugzeuge wie zum Beispiel ein Airbus oder eine Boeing geflogen werden (Multi Crew). Das Endziel dieser Ausbildung ist die Befähigung als verantwortlicher Pilot bei Fluglinien tätig zu sein. Dazu muss nicht nur die Lizenz erworben werden, sondern auch eine gewisse Flugerfahrung nachgewiesen werden.

Wie geht es weiter nach der ATPL Ausbildung?

Nach Abschluss der ATPL-Ausbildung wird dem Piloten zunächst eine „frozen ATPL“ ausgehändigt, welche zunächst einen Co-Piloten-Status darstellt. Erst nach einer bestimmten Anzahl von Flugstunden (mind. 1500) kann als verantwortlicher Kapitän auf Verkehrsflugzeugen gearbeitet werden.

Während bereits an die Privatpiloten hohe Anforderungen an theoretisches Wissen, praktische Fähigkeiten und medizinische Tauglichkeit gestellt werden, steigen die Anforderungen mit jeder Lizenz weiter. Genauso wie die Notwenigkeit regelmäßig Flugerfahrung nachzuweisen.

Berufsaussichten

Der Erwerb der Verkehrspiloten- lizenz ist grundsätzlich die Voraussetzung um zunächst als Co-Pilot, später als Kapitän Großflugzeuge bei Airlines zu fliegen. Viele Airlines setzen jedoch vor die Einstellung spezielle Einstellungstest wie zum Beispiel der DLR-Test der Lufthansa. Die stetige Zunahme des Flugverkehrs steigert die Aussichten auf eine erfolgreiche Einstellung jedoch enorm. Dies wirkt sich auch positiv auf die Gehälter aus, welche ebenfalls in den letzten Jahren stetig gestiegen sind. Gut qualifizierte Co-Piloten und Kapitäne, sowie Fluglehrer sind momentan überall auf der Welt gesucht.

✈ Die passende Flugschule findet sich, nach PLZ sortiert, auf der Seite „Flugschulen“.